Ursachen, Symptome und Maßnahmen

Etwa 270.000 Menschen jährlich erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Weltweit ist er die zweithäufigste Todesursache. Die Krankheit kommt aus heiterem Himmel und verändert das Leben komplett. Je weniger Angehörige den Ernst der Lage verdrängen, desto besser und schneller können die Rehabilitationsmaßnahmen greifen.

 

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall werden infolge eines Blutgerinnsel oder einer Blutung Zellen bestimmter Gehirnregionen zerstört. Das Gewebe stirbt ab, weil die Blutversorgung unterbrochen ist. Der Schlaganfall hat gravierende Folgen und ist die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen. Die Erkrankung ist keineswegs eine typische Alterserkrankung, auch Menschen unter 40 Jahren können davon betroffen sein. Allerdings nimmt das Risiko ab 60 Jahren zu. In der überwiegenden Zahl der Fälle entsteht der Hirninfarkt durch ein Blutgerinnsel. Diese Form wird ischämischen Schlaganfall genannt. Ist eine Blutung die Ursache, spricht man von einem hämorrhagischen Schlaganfall. Eine solche Blutung ist in 15-20 % der Fälle Grund für einen Hirninfarkt.

 

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Übergewichtige Menschen mit erhöhten Blutfettwerten haben ein höheres Risiko für einen Schlaganfall als Normalgewichtige. Bluthochdruck sowie einige Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, ferner Herzrhythmusstörungen, Rauchen, chronische Entzündungen und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko ebenfalls. Einige Medikamente haben negative Auswirkungen auf die Fließeigenschaften des Blutes und erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall, zum Beispiel Hormonpräparate wie die Antibabypille. Ferner sind angeborene oder erworbene Veränderungen der Gehirngefäße für das Risiko eines Schlaganfalls maßgeblich. Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen im höheren Lebensalter sind also besonders stark gefährdet. Es gibt auch eine genetische Disposition, die den Schlaganfall begünstigen kann. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Angeborene Herzfehler und seltene Verletzungen der Halsschlagader erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall ebenfalls.

 

Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Ein Schlaganfall kann sehr unterschiedliche Symptome haben und ist, insbesondere bei leichten Formen, für Laien nicht immer sofort erkennbar. Bestimmte Symptome treten jedoch bei jedem Schlaganfall auf. Statistisch betrachtet erleiden Frauen zwar seltener einen Schlaganfall, sterben aber häufiger als Männer an daran. Da sie häufiger in späteren Lebensjahren betroffen sind, verläuft die Regeneration weniger gut. Bei einem leichten Schlaganfall kann es passieren, dass lediglich die Mundwinkel ein wenig herabhängen. Ein anderer Betroffener kann die Beine nicht mehr bewegen. Typisch für den Schlaganfall sind einseitige Lähmungen. Sprechstörungen, Sprachverständnisschwierigkeiten, Taubheitsgefühle und Sehstörungen kommen ebenfalls häufig vor. Ein plötzlich auftretender Schwindel und starke Kopfschmerzen können auf einen Schlaganfall hinweisen und sollten immer Anlass sein, umgehend den Arzt aufzusuchen. Bei einem Schlaganfall sind die Kopfschmerzen extrem stark und kaum auszuhalten. Unvermutet auftretende Gleichgewichtsstörungen sind ebenfalls ein Alarmzeichen. Auch wenn Angehörige Anweisungen kaum noch befolgen können, sollte die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls nicht ausgeschlossen werden.

 

Früh- und Spätfolgen zeigen sich sehr unterschiedlich

Die Folgen eines Schlaganfalls sind zwar individuell verschieden, ähneln sich aber. In den ersten Wochen kann kaum abgeschätzt werden, welche Folgen der Schlaganfall tatsächlich hat. Nach etwa drei Monaten sind die Auswirkungen deutlich erkennbar. Schluckstörungen infolge der Lähmung der Sprechmuskulatur können dazu führen, dass Husten- und Würgereflex ausfallen. Das wiederum erhöht das Risiko für eine Lungenentzündung. Die einseitige Einschränkung des Gesichtsfeldes und Lähmungen erhöhen das Unfallrisiko, weil sich der Betreffende sehr unsicher bewegt. Viele Schlaganfallfolgen sind nicht sofort erkennbar. So wird es für Betroffene zum Beispiel schwieriger, ihr Verhalten so zu steuern wie einst. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Planung von Projekten mit zeitlicher Abfolge, die nun länger dauert oder gar nicht mehr möglich ist.

 

Was ist bei einem akuten Schlaganfall zu tun?

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall und kann zum Tode führen. Daher müssen Betroffene sofort in ein Krankenhaus gebracht werden. Wer bei sich, seinem Partner oder einen Familienangehörigen Warenzeichen verstellt, sollte umgehend die 112 verständigen. Akute Schlaganfallpatienten müssen in eine neurologische Klinik mit Schlaganfallstation gebracht werden. Bis der Notarzt eintrifft, muss enge Kleidung gelockert werden. Am besten die Fenster öffnen und für Frischluft sorgen. Zahnprothesen sollten entfernt werden. Droht Erbrechen, muss man den Patienten in die stabile Seitenlage bringen. Durch Ansprache sollte er im aktiven Zustand gehalten werden. Einschlafen muss verhindert werden. Eine weitere wichtige Erste-Hilfe-Maßnahme: den Patienten beruhigen und selbst Ruhe bewahren. Manche Symptome sind Vorboten eines Schlaganfalls, der häufig erst zwei Tage später eintritt. Je früher die Ursache klar ist, desto besser für die Genesung.

 

Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

Der Schlaganfallprävention kommt eine hohe Bedeutung zu. Je mehr Risikofaktoren ausgeschlossen werden können, desto besser. Eine gesunde Lebensweise lohnt sich. Dazu gehören wenig oder gar kein Alkohol, Verzicht auf Nikotin, viel Bewegung an der frischen Luft, Sport und der Abbau von Übergewicht sind in diesem Zusammenhang extrem wichtig. Alle Krankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall einhergehen, sollte effektiv behandelt werden. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Stoffwechselerkrankungen gehören unter ärztliche Aufsicht. Die Ernährungsweise sollte überwiegend aus Obst und Gemüse bestehe und so wenig Zucker, Weißmehl und gesättigte Fettsäuren wie möglich enthalten. Ausgewogene Mischkost ist perfekt.