Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist der am häufigsten festgestellte Krebs beim Mann. Im Regelfall wird das Karzinom im hohen Alter diagnostiziert; neben dem Alter spielen aber auch die Lebensumstände sowie die Gene eine wesentliche Rolle. Ob und inwiefern der Krebs behandelt werden kann, hängt vorwiegend von der Tatsache ab, in welchem Stadium der Mediziner den Krebs entdeckt hat.

 

Die Prostata im Detail

Prostatakarzinome entstehen vorwiegend in der äußeren Zone der Vorsteherdrüse, einem Teil des männlichen Geschlechtsorgans. Die Prostata liegt unterhalb der männlichen Harnblase, ist walnussgroß und produziert im Inneren jenes Sekret, welches als Aktivierungs- und Transportmedium für die in den Hoden entstehenden Samenzellen dient. Die Samenflüssigkeit, welche im Rahmen der Ejakulation ausgestoßen wird, setzt sich aus Spermien sowie den von der Prostata produzierten Sekreten zusammen.

 

Welche Symptome und Beschwerden treten auf?

Es gibt keine klassischen Beschwerden oder Symptome; in vielen Fällen bemerken die Betroffenen gar nicht, dass ihre Prostata von einem stetig wachsenden Tumor befallen ist. Erst im weiteren Krankheitsverlauf kommt es mitunter zu Beschwerden. Zu den charakteristischen Symptomen zählen die vergrößerte Vorsteherdrüse, eine Blockade des Harnabflusses und eine Einengung der Harnröhre. Mitunter klagen Betroffene über ein Nachtropfen, Probleme beim Urinieren (verzögerter Beginn bzw. verlängertes Wasserlassen mit sehr schwachem Strahl) oder einem anhaltenden Druck auf der Blase. Mitunter kommt es zu nächtlichem Harndrang, häufigen Abgang von sehr geringen Urinmengen, schmerzhaften Ejakulationen und einen deutlich verminderten Samenerguss.
Wächst der Tumor auch außerhalb der Prostata, können Schmerzen im Genitalbereich auftreten. Mitunter kommt es auch zu Erektionsstörungen und Blutbeimengungen im Urin. Im fortgeschrittenen Stadium sind auch Blutbeimengungen im Ejakulat sichtbar. Wie bei allen anderen Krebserkrankungen, kann es auch zu Fieber, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Anämie sowie Leistungsschwäche kommen.
Hat der Krebs gestreut, können – je nach Lokalisation der Metastasen – auch andere Beschwerden auftreten. So sind Schmerzen im Becken und der Wirbelsäule möglich; haben sich Knochenmetastasen gebildet, können auch spontane Frakturen entstehen.

 

Die Ursache – warum bildet sich ein Prostatakarzinom?

Das Alter, die genetische Veranlagung und die Lebensumstände sind drei wesentliche Faktoren, die am Ende ein Prostatakarzinom begünstigen. In rund 80 Prozent aller Fälle, sind die Betroffenen bereits über 60 Jahre alt.
In 5 bis 10 Prozent aller Fälle kann das Karzinom auf die genetische Veranlagung zurückgeführt werden. Männer, deren Brüder oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. In jenen Fällen sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden, um gegebenenfalls frühzeitig auf eine mögliche Krebsbildung reagieren zu können.
Auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle. Vor allem fette und kalorienreiche Speisen können die Entstehung eines Prostatakarzinoms begünstigen. Mitunter kann auch Übergewicht einen entscheidenden Faktor darstellen. Rauchen begünstigt ebenfalls die Entstehung von Prostatakrebs.

 

Die Diagnose

Liegt mitunter der Verdacht vor, dass der Patient an Prostatakrebs erkrankt ist, wird zu Beginn eine Tastuntersuchung (rektal-digitale Untersuchung) durchgeführt. Des Weiteren überprüft der Mediziner die Blutwerte; dabei kommt der PSA-Test zur Anwendung. Bei der Bestimmung des „Prostata spezifischen Antigens“, kann der Mediziner bereits im Blut erkennen, ob sich ein Karzinom gebildet hat oder nicht. Damit es zu einer Sicherung der Diagnose kommt, können transrektale Ultraschalluntersuchungen und Gewebeentnahme sowie Feinnadelbiopsien durchgeführt werden. Um die endgültige Diagnose zu stellen, folgt die Untersuchung einer Gewebeprobe (sogenannte Histologie). Dabei entscheidet das Ergebnis der Gewebeprobe auch, welche Therapie angewandt werden soll, um den Krebs zu bekämpfen.

 

Die Behandlung

Beschränkt sich der Tumor lediglich auf die Prostata, kann jener operativ entfernt werden. Jedoch ist eine Operation nur dann erfolgversprechend, wenn der Tumor noch nicht gestreut hat. Als Alternative wird auch gerne die Strahlentherapie angeraten. Oft kommt die Strahlentherapie auch nach der Operation zum Einsatz, sodass das Risiko einer Wiedererkrankung – dem neuerlichen Auftreten des Karzinoms – gemindert werden kann. Sind keine Beschwerden aufgetreten bzw. wurde der Krebs im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung im Frühstadium entdeckt, entscheiden sich viele Ärzte für eine „aktive Überwachung“. Hat der Mediziner ein kleines Karzinom entdeckt, wird es daher überwacht bzw. in regelmäßigen Abständen kontrolliert; therapeutische Maßnahmen werden nicht gesetzt bzw. erst dann, wenn das Karzinom wächst oder größer geworden ist.
Hat das Karzinom jedoch bereits gestreut bzw. sind Knochen- oder Lymphknotenmetastasen aufgetreten, folgen – neben einer Operation und einer Strahlentherapie – weitere Maßnahmen. In erster Linie setzen Mediziner auf eine Hormonentzugstherapie, sodass das Testosteron gehemmt wird; Testosteron soll für das Wachstum des Karzinoms verantwortlich sein. Mitunter können auch die Hoden entfernt werden. In Kombination setzen viele Mediziner auch auf eine sogenannte medikamentöse Hormonblockade.
Problematisch wird es dann, wenn die Krebszellen – oft nach monatelanger Therapie – „kastrationsresistent“ werden. Das bedeutet, dass der Entzug von Testosteron nicht zum gewünschten Erfolg führt. In jenem Stadium gibt es keine weitere Therapiemöglichkeit mehr; der Krebs ist therapieresistent geworden.
Chemotherapien, die bei vielen Krebsarten eine wesentliche Rolle spielen, sind bei Prostatakrebs nur bedingt anzuwenden. Erst dann, wenn Hormon- und Strahlentherapien keine Verbesserungen mit sich bringen, setzen Mediziner auf eine Chemotherapie.