Bei der Patientenverfügung handelt es sich um ein schriftliches Dokument, auf der bestimmte Entscheidungen im Hinblick auf medizinische Versorgung festgehalten werden, ehe diese zum Tragen kommen. Es ist daher erforderlich, dass sie bei vollem geistigem Bewusstsein verfasst wird. Unter anderem enthält eine Patientenverfügung Informationen darüber, ob man sich im Falle einer unheilbaren Erkrankung lebenserhaltende Maßnahmen wünscht. Allerdings ist die Verfügung keinesfalls dazu da, um schriftlich festzuhalten, wer sich um finanzielle Angelegenheiten kümmern soll. Vielmehr dient sie dazu, seinen eigenen Willen für spätere Zeiten festzuhalten – solange man noch in der Lage ist.

 

Die Patientenverfügung – was ist das genau?

Wer ernsthaft erkrankt ist, ist oft nicht mehr dazu in der Lage, wichtige medizinische Entscheidungen selbst treffen zu können. Genau dafür gibt es die Patientenverfügung, welche dann verfasst wird, wenn man selbst noch geistig bei vollem Bewusstsein ist. Wichtig ist, dass die Verfügung stets schriftlich festgehalten werden muss – und sie gilt so lange, bis man sie erneuert oder durch eine andere ersetzt. Wer nicht genau weiß, was darin enthalten sein muss, findet dazu im Internet viele hilfreiche Tipps.

Ein Muss ist, den eigenen Willen bezüglich der ärztlichen Versorgung möglichst detailliert anzugeben. Darüber hinaus sollten sowohl die Familie als auch der Hausarzt über die Existenz und den Ort der Aufbewahrung einer Patientenverfügung informiert werden, damit sie diese im Ernstfall auch nutzen können. Wer auf eine Betreuung zu Hause angewiesen ist, kann alternativ auch den Betreuer in Kenntnis setzen. Für die betreuende Person ist es dann kein Problem, sofort darauf zurückzugreifen, sollte doch einmal ein Notfall eintreffen und ein Krankenwagen gerufen werden müssen.

 

Was sollte in einer Patientenverfügung enthalten sein?

Grundsätzlich müssen Patientenverfügungen stets schriftlich verfasst bzw. festgehalten werden. Es spielt keine Rolle, ob dies am PC, an der Schreibmaschine oder von Hand geschieht – das geschriebene Wort zählt. Enthalten müssen würden stets der eigene Name, das Verfassungsdatum sowie die handschriftliche Unterschrift.

Ebenfalls sollte ein Zeuge – wie beispielsweise ein Verwandter oder eine andere enge vertraute Person – mit seiner Unterschrift bestätigen, dass der Patient das Schreiben bei vollem geistigem Bewusstsein verfasst hat. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Echtheit der Verfügung unter Umständen angezweifelt wird – leider kommt dies nämlich immer wieder vor. Allerdings ist es natürlich auch nicht nötig, einen Notar hinzuzuziehen.

 

Es ist in jedem Fall zu empfehlen, die Patientenverfügung selbst zu verfassen – auch wenn man dafür im Internet inzwischen zahlreiche Mustertexte gibt. Ein solches Dokument muss nämlich immer auf einen selbst zugeschnitten sein. Schreiben Sie hinein, welche Maßnahmen Sie wünschen und welche Sie ablehnen. Klären Sie, ob Lebenserhalt wichtiger ist als Schmerzen oder ob man einer Organspende nach dem Tod zustimmt. Es ist zu empfehlen, das Dokument möglichst detailliert zu verfassen, so dass im Falle eines Falles auch Ärzte bzw. Angehörige genau wissen, was zu tun ist. Gesunde Menschen sollten deshalb in ihrer Patientenverfügung sämtliche Fälle, die eintreten könnten, bedenken.

 

Kann ich mir beim Verfassen einer Patientenverfügung helfen lassen?

Ehe man seine Patientenverfügung verfasst, kann es sinnvoll sein, sich mit seinem Hausarzt zu besprechen. Er weiß nämlich, wie die bisherige Krankengeschichte aussah und kann natürlich auch dabei helfen, medizinische Fragen zu beantworten. Weihen Sie auch Ihre Angehörigen unbedingt in die Thematik ein und lassen Sie sich ggf. von ihnen helfen. Für sie ist es hilfreich, um später besser verstehen zu können, warum der Patient eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. Weiterhin hat man die Möglichkeit, sich bei der Verbraucherzentrale nach Beratung zum Thema Patientenverfügung zu informieren.

 

Wann kommt eine Patientenverfügung zum Tragen?

Die Patientenverfügung greift immer dann, wenn man nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Willen selbstständig zu äußern – das kann beispielsweise bei einer Demenz der Fall sein oder auch dann, wenn man im Koma liegt. Die Patientenverfügung hilft Ärzten dabei, die eigenen Wünsche des Patienten zu verstehen und auszuführen. Ist beispielsweise vermerkt, dass der Patient keine lebenserhaltenden Maßnahmen im Falle einer schweren Erkrankung wünscht, dann werden diese natürlich auch nicht angewandt.

 

Ich habe keine Patientenverfügung geschrieben – was geschieht jetzt?

Noch immer sind nicht wenige Menschen der Meinung, dass im Falle einer fehlenden Patientenverfügung stets die Angehörigen entscheiden, was mit einem selbst passiert. Dies stimmt so jedoch nicht, denn zunächst wird der Arzt versuchen herauszufinden, welchen Willen der Patient hatte. Hierzu gehört unter Umständen eine Befragung der Familie. Wer dies nicht wünscht, sollte daher sichergehen, schon frühzeitig eine Patientenverfügung zu verfassen – meist ist dies die einfachste Lösung.

 

Doch was geschieht nun, wenn die Patientenverfügung tatsächlich nicht vorliegen sollte?

In so einem Fall gibt man sein Leben in die Hände des behandelnden Mediziners, der dann entscheidet, welcher Weg der beste ist und versucht, nach dem Gewissen des Patienten zu handeln. Ist es einem selbst wichtig, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen im Falle einer unheilbaren Erkrankung angewandt werden, darf die Patientenverfügung nicht versäumt werden.

 

Fazit: Eine Patientenverfügung sollte nicht vergessen werden

Die Patientenverfügung sichert den Patienten in erster Linie ab: So kann er noch selbst entscheiden, was mit seinem Körper geschehen soll, wenn er dazu nicht mehr in der Lage ist. Wichtig ist deshalb, das Dokument früh genug zu verfassen und seine Familie in das Thema einzuweihen. Zwar handelt es sich dabei nicht unbedingt um ein erfreuliches Thema, allerdings sollte man aus eigenem Interesse bedenken, dass durch eine Patientenverfügung später vieles für die Angehörigen leichter gemacht wird, denn diese dürfen keinesfalls immer entscheiden, wie es mit dem Patienten weitergeht.