Die Parkinson-Erkrankung

Leben mit Parkinson – Was Betroffene wissen müssen

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. Allein hierzulande sind schätzungsweise mehr als 400.000 Patienten davon betroffen. Mehr als 50% der Parkinson Patienten über 75 leiden noch zusätzlich an Altersdemenz.

 

Was ist Morbus Parkinson?

Bei Morbus Parkinson handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, von dem Gehirn, Magen-Darm-Trakt und weitere Körperteile betroffen sind. Die Nervenzellen in den betreffenden Körperregionen können nur unzureichend oder gar kein Dopamin mehr herstellen. Der Neurotransmitter ist beispielsweise in den Neuronen der Substantia nigra für die Koordination von Bewegungen zuständig. Die Unterversorgung mit dem wichtigen Botenstoff sorgt für ein Neurotransmitter-Ungleichgewicht. Es kommt zu Funktionsstörungen der ausführenden Organe.

Warum die für die Dopamin-Herstellung zuständigen Nervenzellen absterben, ist bis heute nicht geklärt. Die ersten Symptome zeigen sich meist in Form von Verstopfung und Störungen des Geruchssinns. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Bewegungsproblemen und weiteren Einschränkungen. Morbus Parkinson tritt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.

Daneben gibt es noch eine Parkinson-Erkrankung, die im Rahmen anderer Nervenerkrankungen auftritt und – noch wesentlich seltener – die genetisch bedingte Parkinson Erkrankung. Die Wissenschaft geht außerdem davon aus, dass Morbus Parkinson noch von Gehirntumoren und durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden kann.

Die Krankheit ist bis heute unheilbar, kann aber mithilfe geeigneter therapeutischer Verfahren entscheidend beeinflusst werden. So sind die Patienten imstande, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes aktives Leben zu führen.

 

Woran erkennt man die Parkinson’sche Krankheit?

 

Die Hauptsymptome der Parkinson-Erkrankung sind:

– Muskelsteifheit

– Zittern

– Bewegungsarmut

– Gleichgewichts- und Gangstörungen

 

Die Bewegungsstörungen betreffen Gliedmaßen und Gesichtsmimik. Man läuft langsamer. Das Gesicht wirkt starr und maskenhaft. Im weiteren Krankheitsverlauf können Schreib-Schwierigkeiten und undeutliche Sprache hinzukommen. Die mit Morbus Parkinson verbundenen Nacken und Schulter-Versteifungen werden oft als normale Verspannungen diagnostiziert. Bei der Überprüfung durch den Facharzt zeigt sich dann das typische Zahnrad-Phänomen.

Die Gliedmaßen des Patienten zittern, obwohl er keinerlei Anstrengung ausgesetzt ist. Steht er unter Stress, tritt das Symptom verstärkt auf. Beim Laufen kann man die charakteristische vornüber gebeugte Haltung erkennen, die mit kleinen Schritten und schlurfendem Gang verbunden ist. Wird der Betroffene versehentlich geschubst, verliert er schnell das Gleichgewicht und stürzt hin.

 

Parkinson begleitende Symptome sind vor allem:

– Verstopfung in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen

– Harninkontinenz

– morgendliche Kreislaufstörungen beim Aufstehen

– sexuelle Funktionsstörungen

– Schluckstörungen

– Appetitlosigkeit

– extremes nächtliches Schwitzen

– Schlafstörungen

Depressionen

Demenz

 

Das Absterben von Darm-Nerven führt zur Verstopfung. Die Magenentleerung ist ebenfalls beeinträchtigt, da die Magen-Muskulatur unzureichend funktioniert. Daher leiden viele Patienten unter Übelkeit und Erbrechen sowie verringertem Appetit.

 

Kann man Parkinson vorbeugen?

Da die Ursache der Parkinson’schen Erkrankung bisher ungeklärt ist, kann man auch keine vorbeugenden Maßnahmen ergreifen. Allerdings kann man ihren Beginn mit einer gesunden Lebensweise, ausreichend Bewegung und geistiger Betätigung hinauszögern. Personen mit überdurchschnittlich vielen Parkinson-Fällen in der Familie wird empfohlen, an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen.

 

Wie behandelt man Parkinson?

Vermutet der Arzt das Vorhandensein einer Parkinson-Erkrankung, führt er einen L-Dopa-Test durch. Spricht der Patient auf die kurzfristige Verabreichung an, wird der Befund als positiv bewertet. Mithilfe einer PET kann er Parkinson indirekt nachweisen.

Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, bestehen für den Betroffenen gute Chancen, Lebensqualität und Selbstbestimmung lange zu erhalten. Jüngere Patienten können dann sogar noch oft ihren Beruf weiter ausüben. Bei der Behandlung kombiniert man meistens die Gabe von Parkinson-Medikamenten mit Physiotherapie, Sprachtherapie und Ergotherapie.

Ein häufig verordnetes Medikament ist L-Dopa, das den Dopamin-Mangel im Gehirn ausgleicht. Damit der Wirkstoff nicht schon größtenteils vor dem Eindringen ins Gehirn abgebaut wird, verabreicht man meist noch Benserazid. Außerdem können Dopamin-Agonisten wie Piribedil und Rotigotin helfen. MAO-B- und COMT-Hemmer stoppen den Dopamin-Abbau im Körper. NMDA-Antagonisten hemmen die Aktivität der anderen Neurotransmitter.

Lässt die Wirkung der Medikamente nach, hilft eine Kombinationstherapie mit mehreren Mitteln oder die Hirn-Stimulation mittels Elektroden. Sie werden ins Gehirn implantiert, während das Steuergerät unter dem Schlüsselbein eingepflanzt wird. Die sekundären Symptome wie Kreislaufstörungen, Depressionen etc. werden mit den entsprechenden Mitteln therapiert.

 

Leben mit Parkinson

Patienten, die an Parkinson leiden, sollten in ihrer häuslichen Umgebung keine Stolper-Fallen wie Teppiche oder Türschwellen haben. Außerdem empfiehlt es sich, in geeigneter Höhe Haltegriffe anzubringen.

Sie sollten auf keinen Fall auf Kalorien achten, da das Risiko, Gewicht zu verlieren, bei dieser Erkrankung sehr hoch ist. Appetitliche Mahlzeiten erhöhen die Vorfreude auf das Essen und können das Schlucken erleichtern. Bei dementen Parkinson-Patienten können gesunde Ernährung und viel körperliche Bewegung das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Übelkeit und Verstopfung kann man mit dem Verzehr kleinerer Mahlzeiten begegnen, die den Magen nicht belasten und die Weiterbeförderung des Mageninhalts beschleunigen. Damit der Patient nicht „vergisst“, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, stellt man morgens in der ganzen Wohnung Trink-Portionen auf. Bei Schluckbeschwerden sollten keine faserreichen oder krümeligen Speisen zubereitet werden.

Ungeschickten Bewegungen am Tisch kann man mit rutschfestem Geschirr mit Spezial-Griffen begegnen.