Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens schon einmal Kopfschmerzen erlebt. Diese Art Kopfschmerzen sind oft nur von kurzer Dauer oder sie lassen sich mit einer Schmerztablette schnell beseitigen. Bei einer Migräne funktioniert die Schmerzbeseitigung leider nicht so einfach. Oft ist man dem Schmerz über Stunden oder sogar Tage ausgeliefert. Typisch sind bei dieser Erkrankung die anfallsartigen und heftigen Schmerzen, die noch mit vielen weiteren Symptomen einhergehen. Rund 10% der Bevölkerung leiden darunter, Frauen sind dabei etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Es gibt noch eine ganz spezielle Form der Migräne, die zusätzlich mit Bauchschmerzen einhergeht, sie betrifft aber nur Kinder. Die Hälfte der Patienten hat pro Monat eine Attacke, aber jeder Zehnte hat sogar vier oder noch mehr Attacken. Der Schmerz beginnt häufig schon in den frühen Morgenstunden, viele Patienten wachen bereits mit dem Migräneschmerz auf.

 

Was versteht man unter einer Migräne?

Eine Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung mit anfallsartigen und pulsierenden Kopfschmerzen und ist nicht vergleichbar mit dem normalen Kopfschmerz. Bei manchen Patienten geht den Schmerzanfällen eine sogenannte Aura voraus.

Ein Migräneanfall kann sich durch bestimmte Symptome ankündigen. Oft wissen die Patienten schon einige Stunden oder sogar schon bis zu zwei Tagen im Voraus, dass ihnen wieder ein neuer Migräneanfall droht. Die Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig erforscht.

Auf die Frage, wodurch eine Migräneattacke eigentlich ausgelöst wird, wurde noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Bis heute weiß man nur, dass Patienten, die an einer Migräne leiden, auf äußere und innere Reize besonders empfindlich reagieren.

Es wird auch vermutet, dass Stress einer der Auslöser einer Migräneattacke sein kann.

Die Migräne an sich ist nicht heilbar, aber die Dauer und die Häufigkeit der Migräneattacken können verringert werden.

 

Wie äußert sich eine Migräne im Unterschied zu Kopfschmerzen?

Eine Migräneattacke kann sehr unterschiedlich verlaufen. Sie wird in verschiedene Phasen eingeteilt. Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lang sein, sie müssen aber nicht bei jedem auftreten. Der Migräneanfall kann sich über mehrere Stunden und teilweise sogar bis zu zwei Tage im Voraus ankündigen.

In dieser sogenannten Vorbotenphase (Prodromalphase) kann es zu verschiedenen Symptomen kommen.

 

Bei einer Migräne ohne Aura (Migräne ohne Aura ist mit etwa 80 % bis 85% der Migräneanfälle die häufigste Form der Migräne) stehende folgende Symptome im Vordergrund:

  • pulsierende und pochende Schmerzen
  • immer wiederkehrende Kopfschmerzattacken, sie können zwischen 4-70 Stunden anhalten,
  • bei vielen Migränepatienten ist nur eine Kopfseite betroffen, der Schmerz kann jedoch auch zur anderen Kopfseite wechseln
  • die Kopfschmerzen werden bei körperlicher Aktivität stärker
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Lärmempfindlichkeit

 

Die Migräneform ohne Aura beginnt meistens langsamer als eine Migräne mit Aura. Sie dauert jedoch länger an und beeinträchtigt den Migränepatienten mehr als eine Migräne mit Aura.

Die Schmerzen sind pulsierend und besonders im Bereich von Stirn, Schläfen und Augen lokalisiert. Bei Bewegung verstärken sich die Symptome, Ruhe und Dunkelheit lindern sie.

 

Migräne mit Aura

Bei ca. jedem zehnten Fall ist eine Migräne mit einer Aura verbunden. Tendenziell kommt sie bei Männern häufiger vor.

 

Als Aura werden Zeichen bezeichnet, die dem Kopfschmerz direkt vorausgehen:

  • Gesichtsfeldausfälle (Skotome)
  • verzerrtes Sehen, auch unscharf, vergrößert oder verkleinert (Metamorphopsie)
  • Lähmungserscheinungen
  • Drehschwindel
  • Sehen von Doppelbildern
  • gestörtes Sprachvermögen (Aphasie),
  • Orientierungsstörungen und Lähmungserscheinungen (Paresen)
  • Kribbeln in den Armen oder Beinen
  • Gleichgewichts- und Sensibilitätsstörungen

 

Die Symptome einer Migräneaura setzen langsam ein, sie klingen auch ebenso langsam wieder ab. Die Aura hat keine schädlichen Auswirkungen auf das Gehirn, die Anzeichen sind nur vorübergehend und dauern oft nicht länger als 60 Minuten.

 

Wie wird Migräne diagnostiziert?

Der Befund Migräne wird auf Basis der Beschwerden der Patienten diagnostiziert. Die Diagnose wird durch Befragung der Patienten und mit einer Erhebung der Krankengeschichte festgestellt. Um die Diagnose Migräne zu sichern, ist aber zunächst eine genaue Anamnese erforderlich. Diverse Untersuchungen durch MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie), CCT (Computertomografie) oder ein EEG (Elektroenzephalogramm) sind vorab notwendig, um ggf. andere Erkrankungen des Gehirns auszuschließen. Nach weiteren Gesprächen und einer gründlichen körperlichen Untersuchung kann die Diagnose Migräne gestellt werden. Die zusätzliche Führung eines Kopfschmerztagebuchs kann hier sehr hilfreich sein.

 

Wie kann man eine Migräne behandeln?

Die Migräne ist zurzeit durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar. Migräneanfälle und Anfallshäufigkeit können aber durch verschiedene Maßnahmen verringert werden.

Eine Migräne kann behandelt werden, indem die Patienten die auslösenden Reize vermeiden und den Lebensstil anpassen. Zusätzlich können verschiedene Medikamente verabreicht und Entspannungstechniken erlernt werden.