Beschwerden, die das Herz betreffen, sollten immer unsere Aufmerksamkeit erhalten. Dazu gehört ebenfalls die Herzkranzgefäßverengung. Unbehandelt kann sie in einem Herzinfarkt resultieren. Um bleibende Schäden zu vermeiden, ist das Erkennen der ersten Symptome wichtig.

Was ist eine Herzkranzgefäßverengung?

Bei der Herzkranzgefäßverengung handelt es sich um eine Durchblutungsstörung. Betroffen ist insbesondere der Herzmuskel. Die Durchblutungsstörung kommt dann zustande, wenn mehrere Herzkranzgefäße durch vorhandene Ablagerungen verengt oder sogar verschlossen sind. Aufgrund der schlechten Durchblutung wird der Muskel nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Es machen sich Schmerzen in der Brust bemerkbar. Die Zellen unseres Körpers sind auf Sauerstoff angewiesen, der über die roten Blutkörperchen zu den einzelnen Organen getragen wird. Fehlt dem Gewebe über einen längeren Zeitraum hinweg der Sauerstoff, entstehen unter Umständen irreparable Schäden.

Die Herzkranzgefäßverengung, auch koronare Herzkrankheit genannt, hat sich vor allem in Industrienationen verbreitet und gehört dort zu einer der häufigsten Krankheiten. Insgesamt leiden zirka 30 Prozent aller Männer und 15 Prozent aller Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens unter einer Herzkranzgefäßverengung. Das geringere Risiko von Patientinnen ist auf den höheren Östrogenspiegel zurückzuführen, der eine schützende Wirkung aufweist. Mit fortschreitendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an der koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Diese kann zum Tod führen.

 

Was sind die Ursachen für die Herzkranzgefäßverengung?

Die koronare Herzkrankheit hat ihren Ursprung in den Herzkranzgefäßen, die das Herz mit Blut versorgen. Bei einer Verengung der Blutgefäße liegen in der Regel Ablagerungen vor. Es wird von einer Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung, gesprochen. Dabei entstehen die Beschwerden nicht von heute auf morgen. Es handelt sich um einen längeren Prozess, in dem sich an den Gefäßwänden Fett ablagert und sich mit Calcium verbindet. Die Ablagerungen entstehen insbesondere durch Cholesterin. Cholesterin wird zu einem Teil vom Organismus hergestellt, zum anderen ist es in tierischen Produkten enthalten. Die Masse aus Calcium und Fett wird als Plaques bezeichnet. Die Plaques beschädigen das Blutgefäß, wodurch dieses seine Fähigkeit verliert, sich zu dehnen. Sobald die Betroffene/ der Betroffene körperlich aktiv wird, steigt der Sauerstoffbedarf. Dieser wird durch eine erhöhte Durchblutung gedeckt. Das beschädigte Gefäß ist jedoch nicht mehr dazu in der Lage, den Muskel ausreichend zu versorgen. Unbehandelt verändert sich die koronare Herzkrankheit. Die Verengungen werden dichter, der Patient/ die Patientin leidet bereits bei geringen Anstrengungen unter den auftretenden Beschwerden. Sobald ein Gefäß vollkommen verstopft ist, wird der Herzmuskel zu einem Teil nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zu einem Herzinfarkt.

Einige Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzkrangefäßverengung zu erkranken.

 

Wie erkennt man die Herzkranzgefäßverengung? Was sind die Symptome?

Die koronare Herzkrankheit führt zu verschiedenen Beschwerden. Diese werden manchmal unter dem Begriff „Angina pectoris“ zusammengefasst. Angina pectoris lässt sich mit Herzenge oder Brustenge übersetzen und spiegelt die Empfindungen des Patienten während eines Anfalls wider. Die Symptome machen sich immer dann bemerkbar, wenn Puls und Blutdruck steigen und dadurch das Herz stärker beanspruchen. Dazu gehört jegliche körperliche Belastung, Kälte, ausgiebige Mahlzeiten und psychische Erregung. In einer solchen Situation kommt es zu Schmerzen im Bereich der Brust oder dumpfen, drückenden Gefühlen. Einige Betroffene berichten von einem brennenden Schmerz. Dieser kann von der Brust aus in andere Körperregionen ausstrahlen. Oftmals handelt es sich dabei um einen der Arme, Fingerspitzen, Schultern, Hals, Zähne oder Magen. Betroffene fangen an, vermehrt zu schwitzen, erblassen und klagen über Atembeschwerden sowie einem Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Symptome der Herzkranzgefäßverengung verschwinden, sobald die gestiegene Belastung des Herzens sinkt. Ein Angina-Pectoris-Anfall dauert zwischen fünf und fünfzehn Minuten an. Ist die Erkrankung bereits in einem fortgeschritteneren Stadium, können sich die Beschwerden auch im Ruhezustand bemerkbar machen.

Wie kann man eine Herzkranzgefäßverengung vorbeugen?

Das Risiko an einer Herzkranzgefäßverengung zu erkranken, lässt sich durch einen gesunden Lebensstil verringern. Vermieden werden sollte insbesondere Nikotin. Darüber hinaus ist es sinnvoll, bestehendes Übergewicht abzubauen oder zu vermeiden und sich so selten wie möglich Stress auszusetzen. Eine gesunde Ernährung mit wenigen tierischen Proteinen wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte sollten behandelt werden. Dazu ist der regelmäßige Besuch von Vorsorgeuntersuchungen von Bedeutung. Weil verengte Arterien nicht nur das Herz schädigen, sondern auch Schlaganfälle, Nierenschäden und Sehstörungen hervorrufen können, profitiert der Körper vielfach von einer Reduktion der Risikofaktoren.

 

Wie behandelt man eine Herzkranzgefäßverengung?

Das Ziel der Behandlung der koronaren Herzkrankheit ist es, weitere Anfälle zu verhindern. Dafür gibt es zwei Ansätze, die in der Regel zusammen angewendet werden. Zum einen besteht die Behandlung aus einer Intervalltherapie, zum anderen aus einer Linderung von Angina-pectoris-Anfällen. Anfälle lassen sich mit Nitraten behandeln. Diese haben verschiedene Wirkstoffe, wie zum Beispiel Glyceroltrinitrat, und werden als Spray oder Kautablette verkauft. Durch die Aufnahme der Stoffe über die Mundschleimhaut, tritt die Wirkung des Medikaments zügig auf. Im Rahmen der Intervalltherapie werden zunächst alle Risikofaktoren beseitigt. Weiterhin gibt es Medikamente, die den Sauerstoffverbrauch reduzieren und somit die Anfälligkeit für einen Anfall senken. Diese werden einzeln oder in Kombination mit anderen Präparaten verschrieben. Bleibt die Herzkranzgefäßverengung unbehandelt, droht im weiteren Krankheitsverlauf ein Herzinfarkt. Deswegen sollte bei auftretenden Symptomen unbedingt medizinische Hilfe aufgesucht werden.