Der Frühling und der Sommer sind für viele Menschen in Deutschland eine Qual. Die Pollen fliegen wieder und die typischen Symptome Niesen, Schnupfen, Hautausschlag und juckende Augen treten auf. Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Blütenpollen. Ist die Diagnose jedoch erst einmal gestellt, gibt es einige Möglichkeiten, die Symptome zu lindern oder sie sogar ganz loswerden.

 

Was ist Heuschnupfen?

Jeder fünfte Deutsche leidet unter Heuschnupfen. Bemerkenswert ist, dass sich dieser Anteil in den letzten 30 Jahren annähernd verdoppelt hat. Es ist die häufigste Allergie in Deutschland. Anders als der Name vermuten lässt, sind die Betroffenen jedoch nicht gegen Heu allergisch noch haben sie permanent einen Schnupfen. Stattdessen reagiert ihr Immunsystem überempfindlich auf Pflanzenpollen, die immer dann in der Luft zu finden sind, wenn bestimmte Pflanzenarten blühen. Heuschnupfen oder allergischer Schnupfen ist somit nichts anderes als eine Allergie gegen Blütenpollen.
Die Hauptzeit der Pollensaison geht im Normalfall von April bis August. Sind die Winter besonders mild oder der Sommer sehr lang, kann dieser Zeitraum entsprechend früher anfangen oder später enden.

 

Was sind die auslösenden Pollen?

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Pollen und derer Blütezeit, die am häufigsten Allergien auslösen. Diese sind zugleich auch die aggressivsten Pollen und haben demzufolge die größte klinische Bedeutung.

PollenBlütezeit
BeifußJuli - September
BirkeMärz - Mai
EscheMärz - Mai
GräserApril - September
HaselFebruar - April
Ragweed (Ambrosia)August - September
RoggenMai - Juli
WiesenlischgrasMai - Juni

Welche Symptome treten bei Heuschnupfen auf?

Die Symptome einer allergischen Rhinokonjunktivitis, so der Fachbegriff, sind vielfältig. Der Heuschnupfen beginnt meistens mit einem Juckreiz oder Brennen im Hals. Danach beginnen Nase und Augen ebenfalls zu jucken und zu tränen. Oftmals führt das zu Entzündungen im Hals-Nasen-Ohrensystem. Dies wiederum begünstigt das Auftreten weiterer Infektionen.
Allergische Reaktionen können auch in den unteren Atemwegen auftreten. Im schlimmsten Fall kann ein so genannter Etagenwechsel auftreten und Asthma ausgelöst werden. So ist es kein Wunder, dass Menschen mit Heuschnupfen auch ein höheres Risiko für allergisches Asthma haben. Dieses äußert sich vor allem durch Husten und Anfälle mit Atemnot.
Kommen die Pollen mit der bloßen Haut in Berührung, können sich auch hier weitere Symptome in Form von atopischer Dermatitis und Nesselsucht zeigen. Charakteristisch ist hierfür das Auftreten von stark juckenden Pusteln.

 

Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf Heuschnupfen, sollte ein Facharzt (Allergologe) aufgesucht werden. Die Diagnose läuft meistens in mehreren Schritten ab. Zu aller erst wird die Krankengeschichte dokumentiert. Besonders interessant sind hier die Beschreibung der Beschwerden, frühere Erkrankungen und die familiäre Vorgeschichte.
Nachdem eine körperliche Untersuchung abgeschlossen wurde, werden verschiedene Hauttests zum Nachweis der auslösenden Allergene durchgeführt. Dabei werden Testextrakte auf die Haut geträufelt und die Reaktion beobachtet.
Sollten besonders viele Allergien bestehen oder die Reaktion nicht eindeutig sein, kann zusätzlich das spezifische Immunglobulin E (IgE) gemessen werden oder eine molekulare Allergiediagnostik durchgeführt werden.

 

Wie kann Heuschnupfen behandelt werden?

Der wichtigste Punkt ist, die festgestellten Allergene weitgehend zu meiden. Dies ist gerade bei Pollenallergien eher schlecht möglich. Trotzdem sollten Allergiker die Hauptflugsaison „ihrer“ Pollen kennen und versuchen, in diesen Zeiträumen Vorkehrungen zu treffen. Dazu zählt beispielsweise die Reduzierung der Aufenthaltszeit im Freien oder das Schlafen mit geöffnetem Fenster vermeiden. Ist die Allergie besonders schlimm ausgeprägt, empfiehlt es sich, als „letzter Ausweg“ für einige Wochen in pollenarme Gebiete umzusiedeln. Dazu zählen unter anderem das Meer und das Hochgebirge.
Zur Bekämpfung der Symptome und zur Linderung der Beschwerden gibt es verschiedene Antihistaminika und Kortisonpräparate. Diese verhindern zwar nicht, dass der Körper weiterhin bei jedem Kontakt mit den Allergenen Histamin ausschüttet, sorgen aber dafür, dass die Histaminrezeptoren blockiert sind. So wird die allergische Reaktion abgeschwächt oder unterdrückt. Antihistaminika können in Form von Augentropfen, Nasentropfen, Tabletten oder Spritzen eingenommen werden. Alle genannten Medikamente sollten so früh wie möglich eingenommen werden.
Mittlerweile ist es möglich, Allergien mit einer sogenannten Immuntherapie auch ursächlich zu behandeln. Dabei handelt es sich um eine Art Allergieimpfung. Diese Hyposensibilisierung zeigt zum Beispiel bei Gräserpollenallergien sehr gute Ergebnisse.
Bei dieser Behandlung werden dem Patienten Allergenextrakte mit den relevanten Allergenen entweder als Tablette oder mithilfe von Spritzen verabreicht. Ziel dieser im Regelfall drei Jahre dauernden Therapie ist es, den Körper Schritt für Schritt an die Allergene zu gewöhnen und die Immunantwort zu unterdrücken.