Definition zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Der Begriff Herzinsuffizienz kann viel bedeuten, weil es viele verschiedene Ursachen und Formen der Herzinsuffizienz gibt. Des Weiteren kommt es auf den Schweregrad an, denn generell verlaufen die meisten Formen der Herzinsuffizienz zunächst unbemerkt ohne Beschwerden ab, weil der Körper die Störung anfänglich noch auszugleichen vermag. Als Faustregel kann gesagt werden, dass das Herz die vom Körper benötigte Blutmenge nicht in die Herzvorhöfe zu pumpen vermag, ohne dass es zu einem Druckanstieg des Herzens kommt.

 

Formen der Herzinsuffizienz

Die Klassifikation nach ICD-10 kennt 11 verschiedene Bezeichnungen der verschiedenen Formen von Herzinsuffizienz. Es würde hier zu weit führen, jede einzelne davon genauer zu erklären. Generell kann sich eine Herzinsuffizienz innerhalb von nur wenigen Stunden oder Tagen akut entwickeln oder aber im Laufe vieler Jahre durch einen chronischen Verlauf langsam verschlimmern.

Man unterscheidet dabei grob die Rechtsherzinsuffizienz von der Linksherzinsuffizienz, weil sich die Symptome deutlich voneinander abgrenzen lassen, die diese beiden Formen der Herzinsuffizienz verursachen. Es gibt allerdings auch die Form der Herzinsuffizienz, wo beides zusammen der Fall ist, also Links- und Rechtsherzinsuffizienz. Diese Form nennt sich dann globale Herzinsuffizienz.

 

Symptome der Herzinsuffizienz

Wie bereits zu Anfang gesagt, muss eine leichte Herzinsuffizienz keine Beschwerden verursachen und wird oft eher zufällig durch einen behandelnden Arzt oder auf anderen Wegen entdeckt. Wenn bei sportlicher Betätigung die Pulsgeschwindigkeit erheblich von der Normalität abweicht, was häufig beim Pulszählen dem Trainer auffällt, dann ist das meistens ein Zeichen für eine vorhandene Herzinsuffizienz, die der Körper aber noch selbst aufzufangen vermag. Man nennt das dann eine kompensierte Herzinsuffizienz.

 

Symptome der Linksherzinsuffizienz

Typisch für eine Linksherzinsuffizienz sind Wassereinlagerungen in der Lunge, Atemnot, Husten bis hin zu brodelnden Atemgeräuschen, weil in schweren Formen später auch Flüssigkeit in die Lungenbläschen eintreten kann. Es kann dann auch beim Husten zu einem schaumig aussehenden Auswurf kommen. Vor allen Dingen nachts im Liegen fällt das Atmen dann zunehmend schwerer. Der Grund dafür ist der Rückstau des Blutes in die Lungengefäße, weil die Pumpleistung des Herzens nicht ausreicht. Es kommt bei der Linksherzinsuffizienz zusätzlich auch häufig zu einem zu niedrigen Blutdruck.

 

Symptome der Rechtsherzinsuffizienz

Typisch für eine Rechtsherzinsuffizienz ist ein zu hoher Druck in allen Körpervenen. Das wirkt sich schwerer in der unteren Körperhälfte aus als in der oberen. Wasser staut sich dann dadurch in den Beinen, im Bauchraum und auch in der Pleurahöhle, einem Spalt, der sich im Brustkorb zwischen Lunge und Rippen befindet. Staut sich dort viel Wasser, kommt es zu Sauerstoffmangel und Atemnot.

 

Symptome der globalen Herzinsuffizienz

In diesem Fall treten alle Symptome gleichzeitig auf, also sowohl die der Links- als auch der Rechtsherzinsuffizienz.

 

Generelle Symptome aller Formen von Herzinsuffizienz

Durch die vermehrten Wassereinlagerungen im Gewebe kommt es bei einer Herzinsuffizienz grundsätzlich zu einer wasserbedingten Gewichtszunahme, die nichts mit normalem Übergewicht durch zu viel Fetteinlagerung zu tun hat. Typisch ist die sogenannte Nykturie. Das ist ein Fachbegriff, der für das nächtliche Wasserlassen steht, das bei allen Formen der Herzinsuffizienz auftritt. Der Grund für das vermehrte nächtliche Wasserlassen besteht darin, dass das Herz durch das Hochlagern der Beine und die körperliche Ruhe eine Entlastung erfährt und deshalb dann die vermehrten Wassereinlagerungen, die sich über Tag angesammelt haben, nachts über die Nieren wieder ausgeschieden werden können. Wenn sich die Herzinsuffizienz verschlimmert, geschieht das aber oft nicht mehr vollständig und ein Teil des zu viel vorhandenen Gewebewassers bleibt im Körper.

 

Kann man einer Herzinsuffizienz vorbeugen?

Es kommt darauf an, welche Ursachen der Herzinsuffizienz zugrunde liegen, ob man dieser Erkrankung vorbeugen kann oder nicht. Die Herzinsuffizienz kann nämlich viele Gründe haben. Eine verengte oder undichte Aortenklappe sind häufig angeboren und verursachen von Geburt an schleichend eine zunehmend schlimmer werdende Herzinsuffizienz. In diesem Fall hilft höchstens eine Operation, falls es erforderlich werden sollte. Vorbeugen kann man hier nicht.

Andere Formen der Herzinsuffizienz können sich durch Bluthochdruck, Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, das Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), Schlafstörungen ganz allgemein, beide Formen der Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch das Rauchen oder übermäßigen Alkoholgenuss entwickeln.

Niemand muss rauchen oder zu viel Alkohol trinken. Jeder Mensch kann einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen, indem er sich häufig genug bei Licht im Freien bewegt. Jeder halbwegs gesunde Mensch kann sich ausreichend viel bewegen. Durch eine vernünftige Ernährung sollte es möglich sein, Eisenmangel nicht entstehen zu lassen. Auch Diabetes Typ 2 ist häufig eine Folgeerkrankung, die durch unvernünftige Ernährung und Bewegungsmangel mit verursacht wird. Anders ist das bei Diabetes Typ 1, was lebensbedrohlich ist und behandelt werden muss. Bluthochdruck liegt nicht immer im Verschulden des Menschen selbst und ist auch nicht immer leicht zu behandeln. Das Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) lässt sich behandeln. Schlafstörungen an sich wiederum können viele Gründe haben, denen man natürlich auf den Grund gehen und sie eventuell auch behandeln kann.

 

Was kann man tun, um die Symptome der Herzinsuffizienz zu mildern?

Es kommt darauf an, welche Form der Herzinsuffizienz vorliegt und wie weit fortgeschritten der Schweregrad ist. Es gibt viele verschiedene Medikamente, die der Arzt verordnen kann.

Sofern es noch möglich ist, sich sportlich zu betätigen, ist es sehr wichtig, das auch zu tun, aber dabei nicht zu übertreiben. Am besten sollte man das immer mit einem Arzt abgleichen, was gut und wichtig und was wiederum gefährlich und zu viel sein kann, denn jede Form der Überforderung wiederum kann bei einer Herzinsuffizienz auch zum Herztod führen. Ein Wechsel zwischen moderater Bewegung und Sport (Spaziergänge, Schwimmen, Radeln, Gymnastik, Tanzen usw.) und Ruhepausen (Mittagsschlaf, genug Schlaf überhaupt, Beine hoch legen zwischendurch) ist gesund. Wenn es nicht mehr geht, sollten Dinge wie Treppensteigen vermieden werden, statt dessen der Fahrstuhl benutzt werden. Es ist wiederum wichtig, sich hier nicht gehen zu lassen. Gut ist es generell, sich immer mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Die Herzinsuffizienz kann so schwerwiegend werden, dass es zur Bettlägerigkeit kommt. Wer umsichtig mit dieser Krankheit umgeht, kann das aber durch die oben genannten Verhaltensweisen um Jahre hinaus zögern.