Haustiere sind in vielen Haushalten längst feste Familienmitglieder geworden. Sie punkten mit ihrem niedlichen Aussehen oder ihrer treuen Seele, als Begleiter auf Spaziergängen oder beim Schmusen auf dem Sofa. Kurz: Sie bieten ein Extraplus an Lebensqualität. Aus diesem Grund sind sie oft für Senioren ein wichtiger Bezugspunkt im Leben geworden – vor allem dann, wenn ältere Menschen den Verlust von sozialen Kontakten oder ihres früheren aktiven Berufslebens bewältigen müssen. Der folgende Beitrag informiert über alles, was es rund um das Thema Senioren und Haustiere zu beachten gilt.

 

Welche Haustiere eignen sich besonders gut für Senioren?

Der Hund als traditionell bester Freund des Menschen ist auch für Senioren ein treuer Gefährte, der mit seinem Herrchen oder Frauchen nicht nur gerne Haus oder Wohnung teilt, sondern auch mit Freude zum Spaziergang oder Stadtbummel mitkommt. Der Vorteil an den liebenswerten Vierbeinern ist, dass es viele verschiedene Rassen gibt, aus denen genau der Hundetyp ausgesucht werden kann, der zu den Bedürfnissen des älteren Menschen am besten passt. Vom winzigen Yorkshire-Terrier für die kleine Wohnung über den spazierfreudigen Dackel bis zum sanftmütigen Golden Retriever kann jeder den Hundecharakter finden, der zum eigenen Freizeitverhalten und Lebensstil sowie zur jeweiligen Wohnsituation passt.

 

Die Katze als unverwechselbare Mischung zwischen kuscheliger Schmusebacke und eigenwilligem Charakter ist bei den Senioren ebenfalls beliebt. Es gibt sowohl reine Stubentiger als auch Tiere, die Wert auf regelmäßigen Freigang legen. Als besonders pflegeleichtes Tier eignen sich die filigranen Fellnasen besonders auch für Senioren, die nicht mehr allzu mobil sind. Zudem bleibt die Katze auch ohne Probleme einmal ein paar Stunden alleine zu Hause, wenn die älteren Menschen zum Einkaufen, zu Arztbesuchen oder einfach für einen Kaffee mit Freunden in der Stadt unterwegs sind. Für viele Menschen und daher auch Senioren besonders wichtig: Die Streicheleinheiten und Schmuserunden lassen nicht nur Katze oder Kater schnurren, sondern machen auch den Menschen glücklich.

 

Kleintiere wie Zwerghase, Kaninchen, Hamster oder Wüstenrennmaus führen in ihrer Unterkunft zwar ein eigenständiges Leben, freuen sich aber ebenso über eine Streicheleinheit oder das Füttern mit einem Leckerli. Wichtig ist, den putzigen Nagern eine ausreichend großzügige Behausung zur Verfügung stellen zu können, die natürlich auch täglich gesäubert werden muss.

Vögel und Fische eigenen sich besonders für Senioren, die vielleicht nicht mehr ganz so aktiv sind, aber auf tierische Freunde in der Wohnung nicht verzichten möchten. Diese Tierarten sind gut geeignet, die Sinne der älteren Menschen anzuregen. So macht es Freude zuzusehen, wie die bunten Fischarten in ihrer begrünten Unterwasserwelt herumtummeln. Vogelliebhaber freuen sich dagegen sehr über das Gezwitscher und damit die gute Laune, die die gefiederten Bewohner in den heimischen vier Wänden verbreiten.

 

Welche Vorteile haben Haustiere für die Senioren?

Als Familienmitglied sind Haustiere für ältere Menschen oftmals ein wichtiger Bezugspunkt, der auch verlorengegangene soziale Kontakte ersetzen kann. Haustiere mit Fell, die man streicheln kann, geben den Senioren Liebe und Wärme und trösten die Seele. Besonders interessant: Studien zeigen, dass bei Senioren das Kuscheln mit Haustieren beruhigend und gesundheitsfördernd wirkt, sodass in vielen Fällen sogar Schmerzmittel, Antidepressiva und Blutdrucksenker reduziert werden konnten. Spaziergänge mit dem Hund stärken die Abwehrkräfte, haben positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und verbessern die Kondition. Über die Bedürfnisse der Tiere wird älteren Menschen, die nicht mehr beruflich tätig sind oder eine Familie versorgen müssen, auch eine Struktur im Alltag zurückgegeben. Zudem haben Haustiere auch oft einen sozialen Folgeeffekt – nämlich dann, wenn sich Senioren mit Gleichgesinnten über ihre Liebe zu den Tieren austauschen.

 

Worauf sollte man achten? Welche Fragen sollte man sich VOR einem Kauf eines Haustieres stellen?

Im Prinzip müssen auch bei Seniorenhaushalten die gleichen Grundvoraussetzungen gegeben sein wie bei allen anderen Menschen, die sich ein Haustier zulegen. Das bedeutet, in der Wohnung muss genügend Platz für eine artgerechte Haltung sein und die finanziellen Mittel für Futter und eventuelle Tierarztkosten müssen vorhanden sein. Auch mögliche Allergien und die Frage nach der Unterbringung der Tiere bei Urlaubsreisen, Kur-oder Krankenhausaufenthalten müssen geklärt sein. Wichtig: Die Vorschriften von Vermietern oder Regelungen in Seniorenheimen bezüglich der Haustierhaltung sind unbedingt einzuhalten!

Senioren müssen auch einkalkulieren, ob sie den Bedürfnissen mancher Tierarten erfüllen können. Bin ich mobil genug, um mehrmals täglich mit meinem Hund Gassi zu gehen? Sind Transporte zum Tierarzt möglich? Kann ich regelmäßig die Katzentoilette, den Vogelkäfig oder das Aquarium reinigen? Und: Auch die Lebenserwartung der Tiere muss bedacht werden.

 

Gibt es Alternativen zum eigenen Haustier?

Nicht immer können sich Senioren den Wunsch nach einem eigenen Haustier erfüllen. Eine eingeschränkte Mobilität, längere Kur- oder Krankenhausaufenthalte sowie ein Verbot, Haustiere zu halten, sind mögliche Gründe. Die gute Nachricht: Auch dann müssen ältere Menschen nicht auf die persönliche Beziehung zu einem Tier verzichten. So freuen sich viele Tierheime, wenn sich Senioren als Gassigeher oder Katzenstreichler engagieren. Auch Freunden und Bekannten ist geholfen, wenn diese einen verlässlichen Tiersitter haben, der sich ab und zu um ihre Lieblinge kümmert. Tierpartnerschaften in der Nachbarschaft sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, mit Hund, Katze und Co. Kontakt zu haben und sich zudem mit tierlieben Herrchen oder Frauchen auszutauschen.