Haushaltshilfen sorgen sowohl für eine zeitliche, als auch für eine kräftemäßige Entlastung im Alltag. Sie übernehmen je nach Wunsch und Qualifikation unterschiedliche Arbeiten in Privathaushalten.

Die Haushaltshilfe sollte bestenfalls als Allrounder mit allen anfallenden Tätigkeiten in einem Mehrpersonenhaushalt vertraut sein. Den Umfang und die Aufgabenbereiche können individuell vereinbart werden. Wenn Sie sich für die Einstellung einer Haushaltshilfe interessieren, gibt es zwei Möglichkeiten um ein legales Beschäftigungsverhältnis zu garantieren. Sie können Ihre Haushaltshilfe zum Beispiel als geringfügig beschäftigt einstellen, sog. Minijob oder auch 450 € Job. Alternativ kann die Haushaltshilfe sich jedoch auch mit einem Einzelunternehmen selbstständig gemacht haben. Die Art der Anstellung ist ausschlaggebend für das Rechtsverhältnis zwischen dem Arbeit-/Auftraggeber und der Haushaltshilfe als Arbeit-/Auftragnehmer.
Wenn die Haushaltshilfe ihre Berufstätigkeit als selbstständiges Gewerbe angemeldet hat, dann ist Situation für beide Seiten denkbar einfach. Ein kurzgehaltener Vertrag mit den gegenseitigen Rechten und Pflichten ist die Grundlage für die Zusammenarbeit und regelt die Tätigkeiten der Haushaltshilfe. Die geleisteten Stunden werden Ihnen zu dem vereinbarten Stundenpreis in Rechnung gestellt. Eine Haushaltshilfe ist als Kleinunternehmer nicht umsatzsteuerpflichtig. Demnach entfällt die Mehrwertsteuer und weiterer bürokratischer Aufwand für Sie, als Auftraggeber.

Beschäftigungsformen

Die Beschäftigung in einem Angestelltenverhältnis gestaltet sich etwas schwieriger.
Als geringfügig Beschäftigte muss die Haushaltshilfe bei der Minijobzentrale angemeldet werden. Überschreitet sie die Arbeitszeit oder das entsprechende Gehalt, handelt es sich um ein Angestelltenverhältnis mit Sozialversicherungspflicht. Auf der Grundlage eines Arbeitsvertrages muss der Arbeitgeber monatlich Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung an Finanzamt sowie Krankenkasse abführen. Darüber hinaus muss die Haushaltshilfe bei der zuständigen Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Damit ist sie automatisch während ihrer Berufsausübung unfallversichert. Die Beiträge zur BG richten sich nach dem gezahlten Jahresentgelt und sind vom Arbeitgeber zu zahlen.

Ob Haushaltshilfe als Minijob oder im Angestelltenverhältnis; in beiden Fällen handelt es sich um eine unselbstständige Arbeitnehmertätigkeit. Die Haushaltshilfe haftet nicht für Schäden, die sie im Rahmen der Berufstätigkeit für ihren Arbeitgeber verursacht oder verschuldet. Der sollte seine private Haftpflichtversicherung um den Faktor Haushaltshilfe ergänzen, damit Haftpflichtschäden mitversichert werden. Die Anmeldung zur Berufsgenossenschaft ist unabhängig von dem Status der Beschäftigung notwendig. Ist die Haushaltshilfe ein selbstständiger Vertragspartner, dann ist sie in jeder Hinsicht selbst versichert und auch gegenüber ihrem Auftraggeber schadensersatzpflichtig. Fragen Sie hierzu Ihre Haushaltshilfe nach einer entsprechenden Versicherung.

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Die Aufwendungen für eine Haushaltshilfe kann der Steuerpflichtige in der Jahressteuererklärung geltend machen.
Im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung wird auf der dritten Seite zwischen den Rubriken
• Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse
• Dienstleistungen
• Handwerksleistungen

unterschieden.

Die Steuerermäßigungen werden getrennt nach

• Geringfügig Beschäftigten im Privathaushalt [Lfd. Nr. 69]
• Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen im Privathaushalt [Lfd. Nr. 70]
• Haushaltsnahen Dienstleistungen, Hilfen im eigenen Haushalt [Lfd. Nr. 71]

Zusätzlich zur namentlichen Bezeichnung der Tätigkeitsart werden die steuerabzugsfähigen Kosten angesetzt. Für den Minijob im Haushalt handelt es sich dabei um zehn Prozent der jährlich maximalen Kosten von 5.100 EUR, also um höchstens 510 EUR. Sofern die Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig beschäftigt wird, können deren Personalkosten mit zwölf Prozent des jährlichen Höchstbetrages von 20.000 EUR, das heißt mit jährlich bis zu 2.400 EUR direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Rechtsgrundlage ist in beiden Fällen § 35 EStG, des Einkommensteuergesetzes.
Die Aufgaben einer Haushaltshilfe sind ebenso vielfältig wie vielseitig. Damit deren Personalkosten steuerlich geltend gemacht werden können, muss die Tätigkeit in einem engen, direkten und unmittelbaren Bezug zur Haushaltsführung stehen. Gängige Beispiele dafür sind

• Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt
• Vorbereitung der Mahlzeiten mit Einkaufen und Kochen
• Nachbereiten der Mahlzeiten
• Wohnungsreinigung
• Gartenpflege
• Winterdienst
• Versorgung von Haustieren
• Kinderbeaufsichtigung & Kindererziehung
• Betreuung, Pflege und Grundversorgung von Pflegebedürftigen sowie von Erkrankten im Haushalt
• … und anderes mehr
Zum Aufgabengebiet der Haushaltshilfe gibt es normalerweise keine Differenzen. Beide Seiten kennen den Haushalt aus dem FF, sodass es lediglich eine Frage der klaren Abstimmung und des gegenseitigen Einverständnisses ist, was zu tun ist und was nicht.

Vorteile

Der Vorteil einer Haushaltshilfe liegt auf der Hand. Die vorhandene Arbeit verteilt sich von zwei auf vier Schultern. Dadurch wird der Haushaltsvorstand im Haushaltsalltag zeitlich und arbeitsmäßig entlastet. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Sie reichen von der Berufstätigkeit über die schiere Größe des Haushaltes mit Kindern, Haustieren und Wohnimmobilie, bis hin zu nachlassender Kraft im Alter. Eine Haushaltshilfe kann sowohl dauerhaft als auch temporär oder ganz punktuell eingesetzt werden. Immer handelt es sich dabei um eine individuelle, bedarfsgerechte Absprache zwischen dem Haushaltsvorstand und „seiner“ Haushaltshilfe. Sie wird über die Jahre hinweg oftmals zu einer Vertrauensperson. Wenn sie dauerhaft und täglich mitarbeitet, dann wird sie in Anlehnung an frühere Jahrzehnte auch gerne als Hauspersonal bezeichnet.

Der Vollständigkeit halber wird angemerkt, dass dieser Text rein informativ und als Beispiel geschrieben wurde und keine Steuerberatung darstellt. Nähere Informationen und welche steuerlichen Möglichkeiten bestehen, bereden Sie bitte mit einem Steuerberater oder Ihrem Finanzamt.

Sollten Sie z.B. eine polnische Pflegekraft benötigen, die sich nicht nur um den Haushalt kümmern soll, sondern auch um einen Ihrer liebsten Menschen, kontaktieren Sie uns einfach.