Viele Menschen kennen es, wenn es regnet und sich negative Gedanken auftun. Mitunter hält eine derartige Verstimmung mehrtägig an und verschlimmert sich. Betroffene stehen nicht mehr mit sich im Einklang. Angehörige haben Schwierigkeiten diese emotionale Stimmung zu verstehen. Schnell ist von einer Depression die Rede. Doch ab welchem Zeitpunkt versteckt sich hinter einer Niedergeschlagenheit tatsächlich eine Krankheit?

Der folgende Artikel informiert über Bedeutung, Ursachen, Symptome, Krankheitsverlauf, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten der Depression.

Was ist eine Depression?

Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Störung. Betroffene leiden unter einer anhaltenden Niedergeschlagenheit. Dieser können sie in der Regel nicht mehr ohne Hilfe entgegenwirken. Das Gefühl der Niedergeschlagenheit steht in keinem Zusammenhang zu aktuellen Situationen, die Trauer oder Erschöpfung auslösen. Sie scheinen irrational zu sein. Viele Menschen sind gelegentlich von derartigen Zuständen betroffen. Diese lösen sich bei gesunden Menschen, sobald Trauer oder überfordernde Aspekte keine Rolle mehr spielen. Bei einem an Depression erkrankten Menschen halten die Symptome über einen längeren Zeitraum an und sind nicht von kurzfristigen äußeren Gegebenheiten abhängig. Die Erkrankung kann sich ohne medizinische Hilfe und Betreuung verschlimmern. Es gibt verschiedene Maßnahmen, um die Depression zu lindern.

 

Was sind die Ursachen für Depressionen?

Eine Depression hat meist mehrere Ursachen. Die genetische Veranlagung spielt bei einigen Betroffenen eine Rolle und kann zum Ausbruch der Erkrankung führen. Wenn Vater oder Mutter an einer Depression erkrankt ist, erhöht sich das Risiko einer Erkrankung in der nächsten Generation. Weiterhin gibt es Auslöser, die körperlich bedingt sind. Dazu zählen Tumore, Parkinson, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und hormonelle Störungen. Bei Ausbruch der Depression ist der Hirnstoffwechsel gestört. Serotonin bzw. Noradrenalin sind in zu geringer Menge vorhanden. Es kommt zu Übertragungsschwierigkeiten innerhalb der Nervenzellen. In der Folge entstehen negative Gefühle und Gedanken, die das Leben des Betroffenen beeinträchtigen.

Chronischer Stress kann ebenso Auslöser einer Depression sein. Das Stresshormon Cortisol wird vermehrt ausgeschüttet. Dieser Umstand ist auch nach einem Trauma und während einer Infektionserkrankung zu beobachten. Schwierige Lebenssituationen und kreisende Gedanken erhöhen das Krankheitsrisiko. Wer über ein perfektionistisches Wesen verfügt oder ein hohes Verantwortungsbewusstsein zeigt, ist ebenso gefährdet an einer Depression zu erkranken. Menschen, die unter dem sogenannten Helfersyndrom leiden, sind besonders gefährdet. Der Lichtmangel, der im Winter in Europa vorherrschend ist, kann den Ausbruch zusätzlich begünstigen.

 

Welche Symptome zeigen sich bei einer Depression?

Die Depression verursacht psychische und physische Symptome. Drei der Symptome bilden nach dem ICD-10 die Hauptsymptome. Dauerhafte Niedergeschlagenheit, die nicht von außen beeinflusst werden kann, ist das erste der drei Hauptsymptome. Zur Diagnosestellung muss der Zustand mindestens zwei Wochen anhalten. Das zweite Hauptsymptom besteht aus Interessenverlust und Emotionslosigkeit. Antriebslosigkeit und Müdigkeit bilden das dritte Hauptsymptom.

Weiterhin gibt es zahlreiche Nebensymptome. Dauerhafte Niedergeschlagenheit und Interessenverlust führen bei vielen Erkrankten zu einem verminderten Selbstwertgefühl. Das Selbstvertrauen sinkt. Selbstvorwürfe und Gedankenkreise stellen sich ein, die in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten übergehen können. Bei besonders schwerer Ausprägung der Depression kommt es zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Viele Betroffene leiden unter Selbstmordgedanken. In diesem Fall ist eine schnelle Behandlung notwendig.

Folgende körperlichen Symptome können Anzeichen einer Depression sein: Appetitverlust oder starker Appetit, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magenschmerzen, Stoffwechselschwierigkeiten, Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, Unruhe, innere Erregung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und verminderte sexuelle Lust.

 

Wie verläuft das Krankheitsbild der Depression?

Der Krankheitsverlauf ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich und von dem Grad der Depression abhängig. Weiterhin sind die Anzahl depressiver Phasen und deren Dauer für den Verlauf von Bedeutung. In der Regel hält eine depressive Phase circa 5 Monate an. Ihr schließen sich mehrere symptomfreie Jahre an. Die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Depression liegen bei 10 bis 20 Prozent. Diese Depressionsform tritt vorwiegend auf, wenn die Krankheit nicht oder nicht rechtzeitig behandelt wird. Bei 15 Prozent der Betroffenen endet der Verlauf mit dem Suizid.

 

Wie kann man einer Depression vorbeugen?

Einer Depression kann vorgebeugt werden, indem für ein gutes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit gesorgt wird. Perfektionistisches Handeln und enorme Akribie sind schädlich für Körper, Geist und Seele. Es sollte auf den ausgeglichenen Umgang mit Alltagsaktivitäten geachtet werden. Für kleine Erfolgserlebnisse und positive Erfahrungen darf sich jeder Mensch belohnen. Diese Verhaltensweise stärkt das Selbstwertgefühl. Ein passives Leben sollte durch ein aktives ersetzt werden. Tägliche Planungen und Tätigkeiten erhöhen das Selbstvertrauen.

Vor allem im Winter steigt die Anzahl gemeldeter Betroffener an. Als Grund dafür sehen Wissenschaftler den Lichtmangel an. Mittlerweile gibt es Tageslichtlampen, die sich positiv auf den Organismus auswirken. Im Sommer setzen die Sonnenstrahlen Endorphine frei, weswegen ein regelmäßiger Aufenthalt unter freiem Himmel als vorbeugend betrachtet wird. Positive Gedankengänge und eine gute Lebenseinstellung tragen zu enormem Wohlbefinden bei. Yoga und Meditation können bei Entwicklung einer gesunden Einstellung hilfreich sein.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Depression?

Eine der gängigsten Therapiemöglichkeiten umfasst ein Programm, welches aus drei Phasen besteht: Akutbehandlung, Erhaltungstherapie und Rückfallprophylaxe.

Während der mehrwöchigen Akutbehandlung wird der Patient über die Erkrankung informiert. Weiterhin wird der Therapieplan besprochen, der sich aus psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung zusammensetzt. In einzelnen Fällen kommt lediglich eine der beiden Hauptkomponenten zum Einsatz. In dieser ersten Phase ist es besonders wichtig, dass sich der Patient über die Notwendigkeit seiner Mitarbeit im Klaren ist. Die Erhaltungstherapie sorgt für eine seelische Stabilisierung. Auf diese Weise kann einem erneuten Aufleben entgegengewirkt werden.

Die dritte Phase – die Rückfallprophylaxe – dauert über mehrere Jahre an.

Es existieren viele weitere psychotherapeutische Angebote.

Die Kognitive Verhaltenstherapie versucht negative Denkmuster durch positive zu ersetzen. Der Patient erhält eine individuelle Anleitung, die ihm sein Verhaltensmuster verdeutlicht und zu Einsicht und neuen Erkenntnissen führen kann. Psychodynamische Psychotherapien helfen Betroffenen negative oder traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Diese Therapieformen unterteilen sich in die psychodynamische Kurzzeittherapie und die analytische Psychotherapie, die gleichermaßen Erfolg versprechend sind. Die Interpersonelle Therapie hilft dem Patienten Strategien zur Lösung von Konfliktsituationen zu erlernen. Auf diese Weise können Stresssituationen besser bewältigt werden. Viele Betroffene werden mit einer Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten behandelt.

Trizyklische Antidepressiva werden seit vielen Jahren gegen Depressionen eingesetzt. Die Verwendung kann allerdings zu vielen Nebenwirkungen führen. Die sogenannten Monaminoxidase Hemmer ähneln den Trizyklischen Antidepressiva. Tranylcypromin ist ein Wirkstoff, der eine strenge tyraminarme Diät erfordert. Dieser Stoff befindet sich in Milchprodukten, Wein und Wurstwaren.

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer stellen die dritte der Wirkstoffgruppen dar. Sie sind weitaus besser verträglich und werden daher vermehrt gegen Depressionen eingesetzt. Die Nebenwirkungen sind geringer als bei den oben genannten Wirkstoffen. Die Aufnahme der Selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer sorgt für eine erhöhte Serotonin-Produktion im Gehirn. Serotonin ist ein Glückshormon, das stimmungsaufhellend wirkt.

Zusätzlich bieten sich folgende Behandlungsmöglichkeiten an: Elektrokrampftherapie und Wachtherapie. Wichtig ist, dass die Behandlung zeitnah erfolgen sollte. Umso schneller behandelt wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten auf eine Heilung.