COPD? Gehören auch Sie zu den Menschen, die noch nie etwas von der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung gehört haben? Damit sind Sie nicht allein, denn die Krankheit ist weitestgehend unbekannt – und das, obwohl sie weltweit die vierthäufigste Todesursache ist. Die Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung entwickelt sich schleichend über Jahre hinweg und ist nicht heilbar. Die Hauptursache ist das aktive oder auch passive Rauchen.

 

Was ist überhaupt eine COPD?

Der Fachausdruck COPD ist die gängige Abkürzung für die aus dem Englischen übernommene Krankheitsbezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease“ (chronisch-entzündliche Lungenerkrankung), unter der eine ganze Reihe von entzündlichen Lungenerkrankungen zusammengefasst wird. In erster Linie verstehen Mediziner darunter eine chronisch-obstruktive Bronchitis (COB), die entweder mit oder auch ohne Lungenemphysem auftritt. Der Fachbegriff „obstruktiv“ bezeichnet dabei die typische Verengung der Atemwege, wobei vor allen die Ausatmung behindert wird. Ein Lungenemphysem wiederum ist eine Blähung der Lunge, weil sich durch die mangelhafte Ausatmung Luft in den Lungenbläschen ansammelt. Dadurch erhöht sich der Lungendruck und die Lunge bläht sich wie ein Ball auf. Somit ist das Krankheitsbild COPD ein Sammelbegriff für die beiden Lungenerkrankungen COB und Emphysem, bei denen die Atemwege entzündet und dauerhaft verengt sind. Durch die verengten Atemwege gelangt der Sauerstoff aus der Luft nur schlecht zu den für die Sauerstoffaufnahme im Blut zuständigen Lungenbläschen (Alveolen), deren Anzahl zudem durch ein Lungenemphysem stark reduziert sein kann. Die beschriebenen Lungenveränderungen führen dazu, dass der Körper und seine Organe dauerhaft mit zu wenig Sauerstoff versorgt werden und so normale körperliche Funktionen eingeschränkt werden. Außerdem sind COPD-Betroffene nicht in der Lage, das in der Lunge befindliche CO2 vollständig aus der Lunge auszuatmen, so dass immer mehr Restluft in den Lungenbläschen verbleibt. Das führt nicht nur zu verstärkten Kopfschmerzen, sondern auch zu einer fortschreitenden Aufblähung der Lunge. In Europa sind schätzungsweise 15 % der Bevölkerung erkrankt, in Deutschland sind es allein knapp über sechs Millionen Betroffene. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzen, dass die Häufigkeit dieses Krankheitsbildes noch bis ca. 2020 stark zunehmen wird.

 

Wie erkennt man eine chronische Bronchitis? Was sind die Symptome?

Die Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung wird umgangssprachlich häufig auch als „Raucherlunge“ bzw., nach ihrem Hauptsymptom, „Raucherhusten“ bezeichnet. In ihren ersten Stadien macht sich eine COPD zunächst mit Husten und einem vermehrten Auswurf, der vor allem morgens auftritt, bemerkbar. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt noch Atemnot hinzu – anfänglich nur bei Belastung (z. B. Treppensteigen), später jedoch auch im Ruhezustand. Infolgedessen ist der Betroffene wenig mobil, was wiederum einen Abbau der Muskulatur zur Folge hat. Neben diesen typischen Symptomen wird eine COPD von zahlreichen Begleit- und Folgeerkrankungen flankiert, schließlich wirkt sich die stark eingeschränkte Lungenfunktion auf den gesamten menschlichen Organismus aus. Nicht ohne Grund bezeichnen Mediziner die Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung auch als „Systemerkrankung“ – COPD hat Folgen für den gesamten Körper, seine Funktionen sowie die Psyche. Häufige Begleit- oder Folgeerkrankungen sind etwa verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz oder koronare Herzkrankheit), häufige Atemwegsinfekte, Lungenkarzinome (Lungenkrebs), Störungen des Stoffwechsels und der Verdauungsorgane (z. B. Diabetes, Darmentzündungen) sowie Depressionen. Die genannten Erkrankungen treten jedoch nicht als direkte Folge einer Chronisch-entzündlichen Bronchitis auf, sondern meist als Folge mangelnder Bewegung bzw. abnehmenden Teilhabe am sozialen Leben. Viele Patienten begeben sich in eine dauerhafte Schonhaltung, um die teils dramatischen Auswirkungen der Atemnot (dazu gehören beispielsweise auch Angstattacken) zu vermeiden. Diese Schonhaltung verstärkt jedoch die für COPD sowieso schon typische Abnahme jeglicher Leistungsfähigkeit und belastet Herz und Kreislauf.

 

Wie kann man einer chronischen Bronchitis vorbeugen?

Die Hauptursache für eine chronische Bronchitis oder COPD ist das sowohl aktive als auch passive Rauchen. Experten schätzen, dass etwa knapp über 90 % der COPD-Erkrankungen auf das Rauchen von Tabak zurückzuführen ist. Demzufolge besteht die beste Vorbeugung darin, überhaupt nicht zu rauchen bzw. so schnell wie möglich aufzuhören – und zwar ganz und gar, denn verschiedene aktuelle Studien zeigen, dass selbst das „Rauchen“ bzw. „Dampfen“ von E-Zigaretten (Elektronischen Zigaretten) die Lungenfunktion einschränkt. Zudem kann der Rauchstopp eine deutliche Verbesserung der Symptome bringen bzw. den chronischen Krankheitsverlauf verlangsamen. Eine völlige Gesundung ist allerdings nicht möglich, denn die chronisch-obstruktive Bronchitis ist irreversibel: Ein einmal angerichteter Lungenschaden kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Schätzungsweise etwa 20 Prozent der langjährigen Raucher entwickeln eine Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, wobei die ersten Symptome sich bereits in jüngeren Jahren zwischen dem 30. und dem 40. Geburtstag zeigen können. Der so genannte „Raucherhusten“, ein erstes und ernstes Warnsignal, tritt bei etwa jedem zweiten Raucher im Alter von rund 40 Jahren auf. Doch neben dem Rauchen kann eine COPD auch andere Ursachen haben. Zu den vermeidbaren Ursachen gehört etwa die Luftverschmutzung – Menschen in großen Städten sind proportional häufiger als Landbewohner von dieser Erkrankung betroffen. Studien konnten zeigen, dass, wer an viel befahrenen Straßen wohnt, aufgrund der hohen Feinstaubbelastung besonders gefährdet ist. Dementsprechend lässt sich COPD durch die Wahl eines gesünderen Wohnorts vorbeugen bzw. lindern. Eine dritte Ursache für die chronisch-obstruktive Bronchitis lässt sich allerdings nicht vermeiden, denn sie beruht auf einem erblich bedingten Mangel des Bluteiweißes Protein Alpha-1-Antitrypsin (AAT).

 

Was hilft bei einer chronischen Bronchitis? Worauf muss man achten?

Der wichtigste Punkt bei der Behandlung einer chronischen Bronchitis bzw. COPD ist der Rauchstopp. Patienten, die bis jetzt noch geraucht haben, werden von ihrem Arzt angehalten werden, mit medikamentöser und psychosozialer Hilfe aufzuhören. Außerdem wird den Betroffenen aufgrund ihrer stark erhöhten Infektanfälligkeit Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken empfohlen; diese konnten die Sterblichkeit nachweislich senken. Die medikamentöse Therapie erfolgt mit Inhalationen (etwa mit Bronchodilatatoren zur Erweiterung der Bronchien und Schleimreduktion, in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung auch Kortison) sowie mit einer Sauerstoff-Langzeittherapie (d. h. Beatmung), sobald die Lunge nicht mehr in der Lage ist, selbst ausreichend Sauerstoff aufzunehmen. Ein fester Bestandteil der nicht-medikamentösen Therapie ist viel Bewegung, vor allem Ausdauer- und Kraftsport. Durch das körperliche Training können Verschlechterungen vermieden bzw. sogar aufgehalten werden. In den letzten Stadien helfen operative Eingriffe wie beispielsweise eine Reduktion des Lungenvolumens. Vielen Betroffenen hilft nur noch eine Lungentransplantation, wobei COPD sogar der häufigste Grund für diese Maßnahme ist.