Was ist Bluthochdruck?

Beim Blutdruck handelt es sich um den in den Gefäßen vorherrschenden Druck. Bei allen Herzschlägen wird aus dem Herzen Blut in die Blutgefäße gepumpt. Das Blut übt dabei von innen auf die Gefäßwand Druck aus. Bluthochdruck ist eine Gefäßerkrankung, die weit verbreitet ist. Der Druck, welchen das Blut auf die Gefäße ausübt, ist hierbei zu hoch. Laut Schätzungen ist die Hälfte der Europäer von einem zu hohen Blutdruck betroffen.

Ab wann wird von Bluthochdruck gesprochen?

Ein gesunder Mensch verfügt über einen Blutdruck von 120/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Dieser Blutdruck gilt als optimal. Von einem Bluthochdruck wird bei 130 bis 139 mmHg gesprochen. Der Blutdruck unterliegt bei jedem Menschen natürlich gewissen Schwankungen. Aufregung, Stress oder eine körperliche Anstrengung beispielsweise können den Blutdruck ansteigen lassen. Diese Schwankungen des Blutdrucks sind normal, denn sie sind nur eine körperliche Anpassung an die entsprechende Situation. Bei einem gesunden Menschen pendelt sich der Blutdruck-Wert immer wieder in den Normalbereich ein. Ist der Blutdruck hingegen dauerhaft zu hoch, also bei Blutdruck-Werten ab 140/90 mmHg, wird von einem Bluthochdruck gesprochen.

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Es wird zwischen zwei Grundformen von Bluthochdruck unterschieden:

* Die primäre Hypertonie ist die häufigste Form des Bluthochdrucks. Darunter leiden etwa 90 Prozent der Patienten. Bei der essenziellen Hypertonie besteht keine Grunderkrankung, die als Ursache für den zu hohen Blutdruck auftritt.

* Bei der sekundären Hypertonie hingegen ist eine andere Krankheit der Auslöser für den Bluthochdruck, beispielsweise Erkrankungen der Nieren, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder andere Stoffwechselkrankheiten.

Zudem kann auch ein plötzlicher Bluthochdruck auftreten, was von den Medizinern als hypertensive Krise bezeichnet wird. Erbanlagen, das Alter und Geschlecht, das heißt, Faktoren, die nicht regulierbar sind, spielen ebenfalls eine Rolle.

Wie erkennt man Bluthochdruck? Was sind die Symptome?

Die meisten Menschen, die unter einem zu hohen Blutdruck leiden, zeigen kaum eindeutige Symptome, sodass er oftmals eine lange Zeit unbemerkt bleibt. Zu den Anzeichen für Bluthochdruck gehören:

* Schwindel

* Kopfschmerzen, insbesondere morgens

* Ohrensausen

* Nervosität

* Müdigkeit und Schlafstörungen

* Nasenbluten

* Sehstörungen, auch Doppelbilder

* Kurzatmigkeit, vor allem bei Belastung

* Herzklopfen und -stolpern

* Rote Gesichtsfarbe

* Übelkeit

Es kann allerdings einige Zeit vergehen, bis der Bluthochdruck Symptome verursacht. Weniger als die Hälfte der Erkrankten wissen von ihrem zu hohen Blutdruck, solange sie noch ohne Beschwerden sind. Zudem können die Symptome zwischen den Betroffenen variieren.

Wie kann einem Bluthochdruck vorgebeugt werden?

Zu den wichtigen Faktoren, um einem zu hohen Blutdruck vorzubeugen oder ihn zu senken, zählen, falls erforderlich, eine Reduzierung des Gewichts, eine regelmäßige, körperliche Bewegung, beispielsweise Schwimmen, Joggen oder Walken, Entspannungsübungen wie autogenes Training, eine gesunde und salzarme Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie wenig tierischen Fetten, ein mäßiger Kaffeekonsum sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Es gibt auch Medikamente, durch die der Blutdruck erhöht wird. Diese sollten nach Rücksprache mit dem Arzt möglichst weggelassen werden. All dies hilft, dass der Blutdruck stabil gehalten wird. Es sind gute Voraussetzungen dafür, dass das Herz und der Kreislauf fit bleiben. Reichen diese Veränderungen des Lebensstils nicht aus, um den Blutdruck zu senken, können zusätzlich Medikamente eingenommen werden. Desto mehr Risiken zusammenkommen, umso höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, an einem Bluthochdruck zu erkranken.



Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Die wichtigste Untersuchung, um festzustellen, dass ein Bluthochdruck vorliegt, ist die Blutdruck-Messung. Allerdings sagt die einmalige Messung noch nicht, ob es sich um einen behandlungsbedürftigen Blutdruck handelt, da der Blutdruck, wie bereits erwähnt, im Laufe des Tages schwankt und nach einer sportlichen Aktivität oder dem Genuss von Kaffee erhöht ist. Bei der Behandlung von Bluthochdruck sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend.

Dazu gehören die Höhe des Blutdrucks und außerdem das Risiko für Folgeerkrankungen, beispielsweise für Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Demzufolge muss nicht nur der zu hohe Blutdruck behandelt werden, sondern es ist auch wichtig, alle anderen Risikofaktoren zu therapieren. Bei der Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie senken den Blutdruck und sind meistens auch gut verträglich. Zu diesen Medikamenten gehören:

* ACE-Hemmer

* Beta-Blocker

* AT1-Antagonisten

* Diuretika

* Kalzium-Antagonisten28
Welche Medikamente sich am besten eignen, hängt stets vom Einzelfall ab. Je früher der Bluthochdruck erkannt wird, umso besser kann er auch behandelt werden und umso geringer ist außerdem das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Komplikationen, die daraus resultieren können. Bluthochdruck belegt aufgrund der lebensbedrohlichen Folgeschäden weltweit den dritten Platz bei den Todesursachen.