Arthrose

Die Arthrose, die gemeinhin auch als „Seniorenkrankheit“ bezeichnet wird, manifestiert sich fast immer erst im höheren Lebensalter. 75 Prozent aller Menschen, die bereits das 65. Lebensjahr überschritten haben, weisen einen derartigen Gelenkverschleiß auf, dass das Krankheitsbild einer Arthrose erfüllt wird. Auch wenn vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden können, kann die Arthrose nicht zur Gänze verhindert, jedoch der Beginn und die Intensität der Krankheit verzögert werden.

 

Welches Krankheitsbild wird unter dem Begriff Arthrose beschrieben?

Unter der Begrifflichkeit der Arthrose wird die klassische Gelenkabnutzung beschrieben. Dabei liegt eine degenerative Erkrankung vor; Gelenkknorpel, die über einen sehr langen Zeitraum geschädigt wurden, verändern sich in ihrer Form, sodass es zu einer Zustandsänderung kommt, die mitunter die Beschwerden verursachen. Im weiteren Krankheitsverlauf sind aber nicht nur die betroffenen Gelenke von der Problematik betroffen, sondern auch die Gelenkkapsel, das benachbarte Gewebe, die Muskulatur und auch der Knochen. In Fachbüchern werden auch Begriffe wie Osteoarthrose, Arthrosis deformans, Osteoarthritis oder auch degenerative Arthropathie verwendet; jene mögen zwar andere Begriflichkeiten darstellen, beschreiben aber im Endeffekt dasselbe Krankheitsbild.

 

Die Ursachen

Die Ursachen der Arthrose leiten sich aus Umbauprozessen ab, welche im Knorpelgewebe sowie auch im Knochengewebe stattfinden. Eine Gleichgewichtsstörung im Knorpelstoffwechsel sorgt dafür, dass die Knorpelsubstanz überwiegend aufgebaut wird, sodass eine Zustandsveränderung gegeben ist. Auf Grund der Tatsache, dass der Gelenksknorpel abgebaut wird, entstehen Reparaturvorgänge, die sich jedoch im darunterliegenden Knochen abspielen. So entsteht eine Neubildung des Knochen- und Knorpelgewebes, wobei mit der Zeit der Fall eintritt, dass der komplette Knorpelverlust stattfindet, sodass sich im Knochen Zysten bilden, die in weiterer Folge eine Entzündung in der Innenhaut der Gelenke verursachen können.

 

Welche Formen der Arthrose können auftreten?

Während die Bezeichnung Arthrose einen Gesamtbegriff darstellt, gibt es auch spezifische Begriffe. Dazu zählen:

 

  • Omarthrose (Schultergelenk)
  • Gonarthrose (Kniegelenk)
  • Sprunggelenksarthrose (Sprunggelenk)
  • Hallux rigidus (Arthrose im Großzehengrundgelenk)
  • Kiefergelenksarthrose (Kiefergelenk)
  • Iliosakralgelenksarthrose (zwischen Kreuzbein und Darmbeinschaufel)
  • Rhizarthrose (Daumen)
  • Heberden-Arthrose (Fingerendgelenke)
  • Bouchard-Arthrose (Fingermittelgelenk))
  • Radiocarpalarthrose (Handgelenk)
  • Cubitalarthrose (Ellenbogen)
  • Spondylarthrose (Wirbelgelenke)
  • Polyarthrose (mehrere Gelenke gleichzeitig)

 

Wie macht sich eine Arthrose bemerkbar?

Charakteristische Beschwerden sind bewegungsabhängige Schmerzen und auch der sogenannte „Anlaufschmerz“. Dabei klagen Betroffene zu Beginn ihrer Bewegung über Schmerzen, wobei jene – mit Fortdauer der Tätigkeit – schwächer werden, bis sie zur Gänze verschwinden können. Betroffene Gelenke weisen ein eingeschränktes Bewegungausmaß auf; mitunter „Knirschen“ die von der Arthrose betroffenen Gelenke. Wird die Arthrose unzureichend, falsch oder gar nicht behandelt, kann sich das Gelenk entzünden. Dabei spricht der Mediziner von der „aktivierten Arthrose“; das Gelenk schwillt an, wobei die Betroffenen unter starken Schmerzen leiden. Im Rahmen der „aktivierten Arthrose“ müssen sofort medizinische Maßnahmen gesetzt werden, damit eine Linderung der Beschwerden erzielt werden kann.

 

Wie stellt der Mediziner die Diagnose?

Der Mediziner kann – durch klinische Untersuchungen und Begutachtungen – sehr wohl unterscheiden, ob es sich um eine Arthrose oder eine entzündliche Erkrankung des Gelenkes handelt (etwa einer reaktiven Arthritis oder einer chronischen Polyarthritis). Die Diagnosesicherung erfolgt durch Röntgenaufnahmen; mitunter können auch Untersuchungen mittels Kernspintomographien (MR) zur weiteren Abklärung erforderlich sein. Der „Rheumafaktor“, der im Blut festgestellt werden kann, hat für die Diagnose keinen Wert. Liegt ein positiver Rheumafaktor vor, beweist er keine rheumatische Erkrankung; ein negativer Rheumafaktor schließt hingegen keine rheumatische Erkrankung aus.

 

Wie kann die Arthrose verhindert werden?

Arthrose kann – neben dem „Älterwerden“ – auch durch andere Faktoren begünstigt werden. Übergewicht, wenig Bewegung und falsche Ernährung sind die Hauptursachen. Vor allem Menschen, welche starkes Übergewicht haben, fördern die Kniegelenksarthrose. Treten im Rahmen des Übergewichts auch noch Knieverletzungen auf, wird der Gelenkverschleiß beschleunigt. Aus diesem Grund sollte eine gesunde Ernährung, genügend Bewegung und eine Gewichtreduzierung erfolgen, sodass Arthrose verhindert bzw. zumindest vorgebeugt werden kann. Wurde bereits Arthrose diagnostiziert, helfen jene Faktoren auch, damit die Schmerzen und Beschwerden gelindert werden können. Zu beachten ist, dass Gelenkverletzungen – ganz egal, welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden – zu einem schnelleren Gelenkverschleiß führen, sodass der Betroffene damit rechnen muss, mit der Zeit das Krankheitsbild der Arthrose zu erfüllen.

 

Die Behandlung der Arthrose – was der Mediziner machen kann, wie der Patient damit umgeht

Die Behandlung der Arthrose wird in zwei Kategorien unterteilt, wobei hier die Schwerpunkte auf Medikamente und Physiotherapie liegen. Schmerzmittel (etwa Paracetamol), sehr schwach wirkende Opiate (etwa Tramadol) oder auch nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) helfen bei Beschwerden; physikalische Therapien, um Beschwerden vorzubeugen. So sollten Betroffene Ultraschall-, Strom- oder auch Wärmebehandlungen (vorzugsweise Fango, Paraffin oder Moor) wahrnehmen und auch muskelkräftigende Übungen durchführen. Hyaluronsäure, Diacerein oder auch Chondroitinsulfat – sogenannte knorpelschützende Medikamente – werden mittels Injektion in den Knorpel verabreicht, jedoch sind derartige Behandlungen noch umstritten. Fakt ist, dass jedoch derartige Behandlungen zu einer Schmerzlinderung führen, welche auch dauerhaft anhalten kann. Eine gesunde Ernährung, genügend Sport und die Reduktion von Übergewicht helfen ebenfalls, damit die Symptome und Beschwerden der Arthrose gelindert werden können.